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Geschichtliches zur Entstehung des Familiennamens Rüegg, der Besiedlung des Weilers Altlandenberg, genannt "Rüeggen" sowie zur Entwicklung der Gemeinde Bauma

 

 

 

Wahrscheinliche Version des Schildes des Familienwappens

Ältere Form des Gemeindewappens von Bauma

 

 

 

 

Inhalt

 

Von der Steinzeit bis zum 16. Jahrhundert 1

17. Jahrhundert 3

18. Jahrhundert 7

19. Jahrhundert 8

20. Jahrhundert 9

21. Jahrhundert 10

Heimatorte der Rüegg. 11

Der Name Rüegg in den Telefonbüchern der Schweiz. 12

Rüegg in geografischen Namen. 12

Familienwappen. 14

Zur Geschichte des Ortes und der Kirche Pfäffikon. 16

Quellenverzeichnis. 18

 

 

Von der Steinzeit bis zum 16. Jahrhundert

 

 

Funde bei Ausgrabungen auf dem Hügel bei Altlandenberg deuten an, dass die Bergkuppe seit der jüngeren Steinzeit (2000 v. Chr.) bewohnt gewesen war. Weitere Funde stammen aus der Bronzezeit (1800 v. Chr.), der Eisenzeit (800 v. Chr. - 0), der keltisch-römischen Zeit (0 - 500) und der Burgunderzeit (1).

740

Altlandenberg ist von christlichen Alemannen besiedelt (1).

826

In Schenkungsurkunden an das Kloster St. Gallen wird der Burghügel mit dem Namen Lentinperc erwähnt, wahrscheinlich nach dem Alemannenstamm der Lentineser. Die Hypothese, dass Alt-Landenberg davon abgeleitet ist, wurde widerlegt (14, Bd. 1, S. 132).

1200

Um 1200 wird die Burg zu Altlandenberg erbaut. Um 1230 wird sie erneuert und erweitert. Die Burg wird um 1330 zerstört. 1315 stirbt das Adelsgeschlecht der Landenberger aus. Der Ritter Rudolf und sein Sohn Pantaleon sterben auf der Seite der Habs­burger kämpfend in der Schlacht von Morgarten. Danach kommt die Burg in Privatbesitz. Ab 1549 ist sie im Besitz der Stadt Zürich, die sie weiter verlieh. Letzter Inhaber wird Hans Rüegg zu Altlandenberg. Er spendet die Steine der Burgruine für den Kirchenbau im Jahre 1651 (2,3).

1287

Erste Hinweise auf die Entstehung des Namens Rüeger/Rüegg: „quod colit Růd[olfus] filius meister Ruediges“ in Kloten (11).

Der Name Rüegg (Bauerngeschlecht Rüegg) entstand offenbar aus dem Rufnamen Rugen, der zu der Gruppe von verwandten Namen Ruodger, Ruodeger, Rüedeger, Rudegerus, Rudegero, Rüdiger etc. gehört. Ruodger enthält die althochdeutschen Ausdrücke hruod, hròd = Ruhm, ruhmvoll und gēr = Speer, Wurfspeer („Speerruhm“; 6,7, 26, 29).

Rüegge, Ruedige, Ruediger, Rüdiger war auch Taufname der Herren von Werdegg und Bernegg, die auf Alt-Landenberg sassen (11, 14 Bd. 1, S. 143). Dieser Vorname könnte auf die Leibeigenen und Bauern übertragen worden sein und später zum Familienna­men geworden sein. Der Familienname wird bis etwa 1670 meistens als Rǔgg geschrieben. Im Verzeichnis von 1678 erstmals als Rǔegg. Von 1683 bis 1691 dann als Rüeg und ab 1700 in der heutigen Schreibweise Rüegg.

Bei nach Süddeutschland ausgewanderten Rüegg  wechselt der Name auf die härtere Ausspracheform Rieck, Riek, Rieg (16, S. 127; siehe auch den Hinweis beim Jahr 1661).

1364

Es wird ein Hof in der Umgebung der Burg erwähnt: "diu Hanin vor Burg". Genauere örtliche Angaben fehlen (14 Bd. 1, S. 43).

1460

Um 1460 gibt es 16 bewohnte Plätz, 22 Haushaltungen und etwas über 100 Seelen im Gebiet der heutigen Gemeinde Bauma (3).

1463

Růegen Meyer von Bliggenswil, (Růegen = Vorname), heiratet in Widen ein. Es wird postuliert, dass er der Stammvater der Rüegg darstellt, die von Widen aus den Weiler Alt Landenberg oder "by den Rüeggen" begründen (4,29). (K.W. Glättli vermutet, dass „Cuonrat Schnider by den Wyden, sin tochterman Rüegger“, um 1468 die Begründer des Weilers Altlandenberg seien (4, S. 30). Im 15. und 16. Jahrhundert reduzierte sich der Geschlechtsname vom Vater auf den Sohn von Rüegger zu Rüegg. Der Weiler "Rüeggen" gehört bis zum Kirchenbau in Bauma 1651 zu Pfäffikon, Bauma zu Bäretswil (3,5).

1468

Erstmals wir Bauma erwähnt: "zu den bommen". "Boumen" gehört bis zum Kirchenbau 1651 zu Bäretswil (5). In den St. Galler Lehenbüchern wird eine Mühle beim Weissenbach in Bauma erwähnt.

1509

Hans Rüeck, Weibel der Herren von Altlandenberg in Bauma (Gotthards II. von Breitenlandenbeg, ev. schon 1492 (11, S. 138; 14 S. 143)).

1512

Uli Rügg, Jakob Rügg aus der Pfarrei Pfäffikon auf dem Zug nach Italien (11).

1540

„Hans Ruegger, zue Allten Landenberg ob Widen an der Töss gelegen, mitsampt dem berg oder bomgarten darbi und darum gelegen, und daruzue das hus unterhalb, sampt der wis darbi .... angefallen von irem fatter Ueli Rüegg.“ (14, Bd. 1, S. 171).

1541

Rüegg erwähnt in Alt Landenberg (5). Bauma besteht erst aus zwei Häusern (14, Bd. 2, S. 11).

1567

Hans Rüegg von Wyden verkauft dem Hans Rüegger von "Allten Landenberg, ein weid, holtz und veld am Ottenschwand, oben am Held, genant Huntzkilcher Halden" so wie er sie von seinem Vater Rüedi Rüegger ererbt hatte. Hier bemerkt man, dass sich der Geschlechtsname vom Vater auf den Sohn von Rüegger zu Rüegg reduzierte. Diese Angaben zeigen, dass dieselbe Familie sowohl in Wyden als auch in Altlandenberg haushablich war (4, S. 30).

1569

Clinhans Rügger im Ottschwand verkauft Land im Held.

 

In Undel wohnen: Hans Rüegg uf der Fluo, Jagli Rüegg, Hans und Kleinhans Rüegg. In Bauma: Ottli Rüegg. In Widen: Cüni Rüeggen Erben (8).

1598

Ein Schulbetrieb in Bauma wird urkundlich erwähnt (14, Bd. 2, S. 138).

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17. Jahrhundert

 

 

Seit dem 16. Jahrhundert produzierte die Zürcher Textilindustrie erfolgreich für den Export. Dies gestattete es der Bevölkerung im Tösstal, auch ohne genügend landwirtschaftlichen Güterbesitz Familien zu gründen und den Lebensunterhalt in der Heimat zu finden. Das Dorf Bauma entwickelt sich zum Zentrum der Gemeinde.

1601

Es wird ein Hans Jackli Rüegg in Rittweg erwähnt.

1602

Der Wiedertäufer Jaggeli Rüegg aus Felmis wird im Wellenberg (steinerner Gefängnisturm in der Limmat in Zürich) verhört. Nach der Entlassung wird er von einer Täuferge­meinde heimlich als Lehrer gewählt. 1615 landet er wieder im Wellenberg. Nach der Hinrichtung eines Täufers (Hans Landis vom Horgenberg) verspricht er ausser Landes zu gehen. Die Täufer lehnen sich auch gegen die Abgabe des Zehnten auf (5).

1616

Hans Büebli Rüegg im Tüffenbach wird gebüsst wegen verabreichter Faustschläge (3, S. 13).

1627

Elsbeth Rüegg wird gebüsst, weil sie "Hans Jagli Rüeggen gschlagen und ime den bart uszeert" (3, S. 14).

1629

60% der Bäretswiler-Kirchgemeinde sterben an der Pest (14, Bd. 2, S.11)

1634

Erstes Bevölkerungsverzeichnis von Pfr. Heidegger aus Bäretswil. Bauma hat 18 Seelen in 4 Haushaltungen, alles Gewerbetreibende. 2 Familien Rüegg (5 S. 25):
Hans Rüegg, genannt Witzig, Wirt mit Mutter, Frau und 4 Kindern
Jacob, 22. Okt. 1620
H.Jacob, 6. Mai 1624
Barbel, 4. Aug. 1630
Elsbet, 1. Nov. 1633
Uli Rüegg, Wagner und Frau Anna Rüeggin

1634

Die Täufer werden während des 30-jährigen Krieges geschont. Davon scheint auch Jaggeli Rüegg profitiert zu haben. Im Pfäffiker Bevölkerungsverzeichnis unter Felmis: "Jacob Rogg und syn Hussfrow, über 70 jar, hat ein fyn güetli. Diese sind gefangen gelegen zu Kyburg und im Wellenberg" (5, S. 38).

1634

Südlich des Rüeggenbaches gibt es in drei Flarz-Gruppen drei Rüegg-Höfe: Schlosser-, Metzger- und Richter Rüegg. Rechts des Baches wohnen die Bossharts (14, Bd. 1, S. 223-224).

1645

Wiedertäufer Hans-Jacob Rüegg auf der Fluh und Heinrich Rüegg im Felmis (3, S. 15).

1646

Hans Rüegg, der Wirt zu Bauma, genannt Witzig, wird bestraft weil er mehr Gäste zu seines Sohnes Hochzeit eingeladen hat, als das Mandat erlaubt. Desgleichen 1654 Jagli Rüegg zu Altlandenberg (3, S. 14).

1649

"Cunradt Rüegg by den Rüeggen als Träger der Rüeggen und dero von Wyda". Dies stützt die Annahme, dass Rüeggen von Widen aus besiedelt wurde (4, S. 49).

1651

Kirchenbau in Bauma. Der Wirt Hans Rüegg flucht dermassen über zerstampftes Heugras beim Kirchenbau, dass er durch den Landvogt verhaftet wird. Auf der Kyburg muss er "den Herd küssen" (die Erde), eine Busse bezahlen und schliesslich im Turm verweilen. Der Bau dauert knapp 7 Monate (ca. 7000 Frontage). Der Wirt erscheint auch 1640, 1646 und 1654 mit Bussen in den Landvogtei-Rechnungen.
Cunrat Rüegg zu Altlandenberg schenkt 115 Gulden für den Kirchenbau. Er wird später erster Kirchenpfleger. Hans Rüegg, Besitzer der Schlossruine, spendet 100 Gulden und die "trefflich guten Tugsteinen" für den Kirchenbau (3,5).

1652

Im ersten Taufbuch der neuen Kirche, auf der ersten Seite: Anna, der Eltern Hans Rüegg und Elsbeth Otin von Alten Landenberg (11. Januar).
Im Haushaltungsrodel, angefertigt von Georg Münch, zählt man in Altlandenberg 6 Haushaltungen mit 40 Einwohner, 1 Bibel, 1 Neues Testament, 1 Metzger, 1 Schuhmacher (8).

1654

Jagli Rüegg, Altlandenberg, wird gebüsst (3 S. 14).

1658

Im "Baumer Urbar" erwähnt: Magdalena Rüegg-Kägi, Witwe des Hans Rüegg zu Gublen zahlt Restzinsen in Form von 4 Eiern ins Amt Rüti und 50 Gulden jährlich für Güter die sie beim Bau des Pfarrhauses erworben hatte.
Pfrund-Briefe haben weiter "Hans Jagli Rügg zu Wellnauw", 50 Gulden und "Ulrich Rügge ufm Ottenschwandt" (100 Gulden) (5).

1666

"Ulrich Rüegg ufem Ottschwand" hat einen Schuldbriefe im Wert von 100 Gulden im Kirchengut. "Underpfand sind: Eine halbe Schür sambt drei Tagwen wisen und zechen Jucharten Weiden, alles by einanderen in einem Ynfang gelegen, genant im Sülch, stossend an Martin Rüeggen Sülchacher, an des Metzger Rüeggen zu Alten Landenberg Güter, an Lochbach, an Hans Heinrich Rüeggen Sülchweid und an Ulrich Rüeggen Fülliholz, für ledig, eigen und zehendfrey" (5).

1661

Jagli Rüegg ist mit wyb vnd kind erst kürzlich in das Wirtenberger Land gezogen (16, S. 128). In Süddeutschland tauchen die Namen Rieck, Riek, Rieg, Rüegg auf. Die Stammfolge ist aus zwei Gründen recht bemerkenswert. Sie ist als Rieck/Riek im Schwabenland um Böhringen und Schopfloch zwar ansässig, beginnt aber im schweizerischen Kanton Zürich und kehrt nach 9 Generationen wieder in die Schweiz zurück, wo sie in Luzern, Bern und Aargau verbreitet ist. Dann ist interessant, dass mit diesem Ortswechsel sich die Schreibweise ändert: nach der Aussprache der weichen Schwyzer Form Rüegg geht sie zum härteren schwäbischen Rieckh und Rieck über, um dann beim einfachen Riek zu bleiben. Zweifellos ist sie auch dort aus Rüegger, der Kurzform von Rüdiger, entstanden (16, S. 127).

Die Zürcher Regierung bewilligt der Baumer Bevölkerung die Wochen- und Jahrmärkte (24, S. 22).

1667

Auf der Gygerkarte wird der Weiler "Bÿ den Růggen" eingezeichnet.

 

1670

Altlandenberg zählt 9 Haushaltungen und 54 Einwohner (8).

1676

Konrad Rüegg wird Zoller und Weibel von Bauma.

1685

Heinrich Rüegg, Richter von Altlandenberg Uli Rüeggen Witwe im Seewadel.

1687

Hans Jagli Rüegg von Wyden besitzt Land im Milchhus.

1689

Hans Rüegg-Rüegg wohnt auf der Schwendi. Sein Sohn Hans zieht ins 1. Haus zu Widen. Die junge Familie Conrad Rüegg-Weber wechselt von Widen nach der Schwendi. Sie sind die Grosseltern der später verfolgten Neugläubigen (5, 30).

1691

Im Bevölkerungsverzeichnis der Kirchgemeinde werden in Altlandenberg 9 Haushaltungen und nur noch 38 Personen aufgeführt (8). Die Täufer des Tösstals sterben aus.

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Jakob Zollinger, in: Geschichte der Gemeinde Bauma, Band 2, Seite 223 (14)


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18. Jahrhundert

 

1700

In Altlandenberg gibt es 12 Haushaltungen und 53 Einwohner (10).

1709

In Altlandenberg werden 13 Haushaltungen und 64 Einwohner gezählt (10).

1729

Hans Heinrich Rüegg von Altlandenberg baut neues Haus auf dem "Rysset" (Rysset = abreissende Hänge, 4 S. 38).

1730

Heinrich Rüegg, Richter in Rüeggen (8, S. 39; schon 1685 erwähnt)

1735

Die Einwohnerzahl von Bauma, um 1678 noch bei 60, steigt auf 72. Die Gegend wird wegen der Holzverarbeitung auch "Kellenland" genannt. In Altlandenberg steigt die Einwohnerzahl auf 72 (10).

1764

Das Riegelhaus in Altlandenberg wird erbaut (Leutnants Söhne Caspar und Hans Jakob Bosshart).

1769

Die Kirche in Bauma wird vergrössert.

1770

Es herrschen grosse Hungersnöte in den Jahren 1770 und 1772 (17).

1771

Die Bevölkerungszahl der Gemeinde Bauma wächst infolge der Einführung der Baumwollspinnerei in den Jahren 1671 bis 1771 von 977 auf 2487 Einwohner. Für die Heimarbeit werden die so genannten Flärze gebaut, an Bauernhäuser angebaute schmale Wohnteile industriell tätiger Familienmitglieder. Die Kirche wird abgebrochen und an gleicher Stelle durch eine grössere ersetzt.

1772

Conrad Rüegg-Weber baut auf der Schwendi ein neues Haus samt Scheune. In der nachfolgenden Generation wirtschaften Dreher Hans Rüegg und Hebamme Anna, geb. Kägi von Luwies. Nach dem Tod des "Dreher Hans" bewohnt der erste Sohn mit der alten Mutter die 1. Stube. Die 2. Stube und das halbe Heimet teilen sich die fanatischen Ehepaare Jacob und Elsbeth Rüegg-Rüegg aus der Höhle sowie Caspar Rüegg und Magdalena, geb. Rüegg von Widen (30, 31).

1773

Hs. Jacob Rüegg, genannt Joggeli von Widen, kommt 40-jährig aus Holland zurück und gründet die Gemeinschaft der so genannten Neugläubigen, die sich trotz Gefängnisstrafen, Güterkonfiskation und Landesverweisung zu halten vermag. (Pietismus, Gedankengut von Jakob Böhme von Görlitz, Schlesien, 1575-1624). Hans Rüegg aus der Schwendi gesellt sich zu Joggeli von Widen. Dazu stossen auch zwei Fräulein aus Bliggenswil, Anna und Cleophea Rüegg (5, S. 47, 30, 31).

1774

Zum harten Kern der Baumer Neugläubigen gehören folgende Familien:
- Jacob Rüegg, 34, aus dem Schwendi (später = Joggeli von Felmis)
- Dessen Frau Elisabeth, geb. Rüegg aus der Höhle, 31
- Rüegg ist Landwirt und Glaser. Sein Vater war Dreher Rüegg, gest. 1773. Jacob gehört zusammen mit seinem Bruder Caspar der halbe Schwendihof. Jacob wird nun geistiger Führer. "Besitzt unter diesen wunderlichen Köpfen am meisten Verstand" (5).
- Caspar Rüegg, 24, aus der Schwendi, Bruder von Jacob
- Magdalena, dessen Ehefrau, 24
- Hs. Joggeli Rüegg, jüngster Bruder von Jacob und Caspar, 15
- Hans Rüegg von Widen, 39, Bruder des nach Holland zurückgereisten Joggeli von Wyden.
- Conrad Rüegg von Wyden, 49, hat eine Frau und ein Kleinkind, ein Flarzteil und etwas Güter. Seine Frau geht zur Kirche
- Barbara Jucker-Bosshart zu Bauma, Ehgaumers Frau
- Witwe Dorothea Lattmann-Rüegg zu Wallenbach und ihr Sohn, 19
- Hs. Heinrich Wetzel-Rüegg samt Frau Regula, im Lenzen
Diese 13 Personen bleiben dem öffentlichen Gottesdienst über ein Jahr fern (5, S. 50, 30, 31).

1776

Durch Militärdienstverweigerung stiften die Neugläubigen weiter Unruhe. Conrad und Hans Rüegg werden im Zuchthaus Oetenbach in Zürich eingesperrt. 1779 sterben Caspar und Conrad Rüegg im Kerker. Sie haben ärztliche Hilfe verweigert (14, Bd. 2, S. 99).

1778

In Altlandenberg werden, nach der Einführung der Baumwollspinnerei, 107 Einwohner registriert. Landrichter Klaus Jacob Rüegg, Altlandenberg wird im Zusammenhang mit erfolgreichem, modernem Anbau von Flachs erwähnt (8, S. 53).

1779

Caspar und Conrad Rüegg sterben im Kerker von Oetenbach. Zu dieser Zeit waren weitere "Fanatiker" aus Bauma in diesem Zuchthaus: Hans, Jakob, Magdalena und Lisabeth Rüegg.

1786

Im Zusammenhang mit dem grossen Brand in Bauma werden erwähnt:
- Weibel Hans Rüegg, Wirtschaft zum Tannenbaum in Bauma
- Landrichter und Müller Hans Jacob Rüegg, Bauma
- Schlosser Hans Heinrich Rüegg, Bauma.

1787

In Altlandenberg wird auf 10 Jahre befristet eine Ziegelbrennerei eingerichtet. Der Lehm wurde von Turbenthal bezogen (24, S. 23).

1799

In Bauma erscheinen Soldaten der Armee von Napoleon zur Einführung der helvetischen Ordnung. Pro 100 Mann in der Gemeinde muss ein Rekrut nach Zürich gestellt werden. Darunter sind Jacob Rüegg aus Bliggenswil und Jacob Rüegg vom Riset. Erster Präsident der Gemeindekammer wird der Tannenwirt Heinrich Rüegg. Dessen Onkel, Müller Hans Jakob Rüegg war ebenfalls einer der privilegierten, die der neuen demokratischen Ordnung nicht wohlgesinnt waren (14, Bd. 1, S. 226). Eine politische Gemeinde Bauma wird gebildet. Vorher war der Pfarrer in Bauma der verlängerte Arm der Stadt Zürich für kirchliche, schulische und Verwaltungsbelange.

1800

Um 1800 war der Name Rüegg im Kanton Zürich weit verbreitet. In folgenden 27 Gemeinden bestand das Bürgerrecht schon vor 1800: Bäretswil, Bauma, Buchs, Dürnten, Egg, Elgg, Embrach, Fehraltdorf, Fischenthal, Gossau, Grünigen, Hinwil, Hittnau, Hofstetten, Illnau, Lufingen, Pfäffikon, Rüti, Seegräben, Sternenberg, Turbenthal, Uster, Volketswil, Wald, Wetzikon, Wila, Wildberg (12).

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19. Jahrhundert

 

1802

Nach dem Rückzug der Franzosen etabliert sich in Zürich wieder eine aristokratische Regierung, die Interessen der Landbevölkerung zu wenig berücksichtigt. Ein Bataillon Soldaten wird zu einem Vergeltungsschlag nach Bauma gesandt. Bauma hatte vorgängig Leute zum Angriff und für Plünderungen Zürichs bereitgestellt, jedoch hatten die helvetischen Truppen zu wenig Munition für entscheidende Aktionen.

1809

In Undalen entsteht ein erstes Schulhaus. Vorher fand während ca. 200 Jahren der Schulunterricht im Wohnzimmer des jeweiligen Lehrers statt (17).

1817

Wegen schlechter Ernten aufgrund der nassen und kalten Witterung herrscht grosse Hungersnot (8, S. 62). 156 Einwohner sterben an Schwäche (17).

1822

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kommen billige Maschinengarne auf den Markt und konkurrenzieren die Handspinnerei im Tösstal. In der Mühle Bauma entsteht eine indus­trielle, mechanische Spinnerei. Die Flarzhäuser werden teilweise umgebaut und mechanisierte Webstühle eingebaut (8, S. 61).

1825

Spinnerei Neutal gegründet.

1827

Hans Rüegg erweitert den Flarz der „Metzger Rüegg“ (Haus Nr. 523) in Altlandenberg. In der Gemeinde Bauma gibt es in diesem Jahr 776 Baumwollweber (davon 113 Kinder), 12 Leinenweber, 2 Seidenweber, 535 Spuler und188 Seidenspinner. Es sind total 4034 Bürger registriert (5, S. 81). Betrachtet man die Hausnummern, so ist es wahrscheinlich, dass es sich um einen Anbau an den bestehenden Flarz mit den Nummern 189 bis 192 handelt.

1832

Brand von Uster: soziale Unruhen mit Teilnehmern aus Bauma. Liberalisierung, die Landschaft kämpft für mehr Rechte.

1833

Weberei Tösstal in Widen gegründet. Das erste Postbüro des Tösstales wird in Bauma eröffnet. Die Talstrasse durch Bauma wird gebaut.

1835

Die Talstrasse von Bauma nach Winterthur wird gebaut. In Bauma wird ein Postbüro wird eröffnet und der Postkutschenbetrieb nach Winterthur aufgenommen (17).

1838

Im Haus zum Hörnliblick wird das erste Sekundarschulhaus eröffnet (17).

1839

Züriputsch: Baumer ziehen bewaffnet nach Zürich und beteiligen sich am Aufstand gegen die Zürcher Regierung. Auslöser war die Wahl eines umstrittenen, liberalen Theologie-Professors Strauss. Die Regierung wird gestürzt. Die neue Regierung entlässt die Gefangenen des Usterbrandes.

1840

Schneider Rüegg in Wald ob Saaland beherbergt den Herrenhuter Schneidergesellen Georg Bader. Dieser predigt an gut besuchten Herrenhuter-Versammlungen (In der Erweckungsbewegung finden viele Arme Trost und Unterhaltung, 5, S. 99). Bader wird 1843 des Landes verwiesen, da seine Anhänger fanatisches Gehabe zeigen.

1841

Gemäss Orts-Lexikon des Kantons Zürich gibt es im Weiler Alten-Landenberg 11 Wohnungen und in Bauma 26 Wohnhäuser (25, S. 7 und 19). Im Orts-Lexikon wird ebenfalls vermerkt: „Landwirtschaft und Weberei sind die Hauptbeschäftigung der Einwohner; nicht unbedeutend ist die Zahl der Fabrikanten und Krämer; ausserdem zählt man viele, die sich mit dem Kleinhandel beschäftigen, manche auch mit Handwerken, 14 Korbmacher u.a.“ Die Orte um Bauma bilden 4 Schulgenossenschaften: Bauma, Blitterschweil, Lipperschwendi und Undalen. „Die Schulgenossenschaft Bauma zählt in 2 Klassen 215 Alltagschüler, 73 Repetirschüler und 100 Singschüler“ (25, S. 19).

1850

Altlandenberg zählt 91 Einwohner. Im Tösstal ist die halbindustrielle Bevölkerung ökonomisch gut gestellt aber die kulturelle Entwicklung folgt nicht entsprechend. Kinderarbeit wird geregelt.

1870

Die Einwohnerzahl in Altlandenberg steigt auf 123. Danach folgt jedoch eine Abwanderung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden in den Häusern Sticklokale eingerichtet (vgl. auch 13, S. 148).

1871

Das zentrale Schulhaus in Bauma wird erbaut. Seit 1973 Gemeindehaus (17).

1875

Eröffnung der Eisenbahnline Winterthur-Bauma am 3. Mai 1875. Ein Jahr später wird die Linie nach Wald verlängert (17 und Foto in 24, S. 16-17).

1876

Grosse Überschwemmung. Das ganze Dorf steht unter Wasser (17).

1892

Eröffnung der Guyer-Zeller Wanderwege

1896

Zwischen 1896 und 1899 wird der Lauf der Töss korrigiert (24, S. 27)

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20. Jahrhundert

 

1900

Um die Jahrhundertwende sind in den 24 Häusern in Altlandenberg 106 Einwohner.
Die Uerikon-Bauma-Bahn, ein Werk des Unternehmers Guyer-Zeller, eröffnet ihren Betrieb (13, S. 29 und 24, S. 12-13). In den Textilbetrieben arbeiten um die 600 Personen (3 Baumwollspinnerein und –webereien sowie 2 Seidenwebereien (17)).

1903

Die Armenpflege Bauma erwirbt von den Erben von Hansjakob Rüegg den Hof Bönler. Erstes Verwalterpaar des Armenhauses werden Jean und Luise Rüegg. Die katholische Kirche wird fertig gebaut. Vorher war der katholische Gottesdienst im Löwen Juckeren und in der Brauerei Gublen (24, S. 25).

1910

Das heutige Sekundarschulhaus wird bezogen (17).

1914

Vor dem 1. Weltkrieg zwingt eine wirtschaftliche Krise viele Sticker ihren Beruf aufzugeben.

1927

Zur Förderung der Heimarbeit wird die "Handweberei Zürcher Oberland" gegründet.

1930

Das Krankenasyl Bauma wird am 24. August 1930 eingeweiht. Das Spital wird Ende der 90er-Jahre auf eine Pflegestation reduziert (Foto in 24, S. 26).

1960

In Altlandenberg werden immer noch 24 Häuser und 96 Einwohner gezählt.

1963

In den Jahren 1958 bis 1963 wird die Burgruine Altlandenberg freigelegt (2).

1969

Der Busbetrieb Bauma-Wetzikon wird eröffnet und ersetzt die Uerikon-Bauma-Bahn (17).

1989

Die letzten Textilbetriebe werden stillgelegt (17).

1970

Die Gemeindeversammlung genehmigt einen neuen Zonenplan.

1973

Starke Bautätigkeit in der Umgebung von Altlandenberg: Ein- und Mehrfamilienhäuser, die Schulanlage mit Schwimmbad entsteht, eine neue Strassenführung wird realisiert.

 

 

Bevölkerungsentwicklung in Altlandenberg von 1632 bis 1960 (4,18):


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21. Jahrhundert

 

Entwicklung der Einwohnerzahlen und Angaben über die Einwohner von Bauma (17):

Jahr

Einwohner

 

Angaben (Anzahl)

1.1.02

1.1.03

5.1.2004

1800-1920

 

3000

 

Schweizer Bürger

Ausländer

3712

480

3697

526

3688
525

1930

2872

 

Protestanten

2454

2440

2403

1941

2686

 

Katholiken

904

895

887

1950

2989

 

Übrige

834

888

923

1960

3214

 

Arbeitsstellen

1300

1300

1300

1970

3171

 

Haushaltungen

1423

1252

1258

1980

3131

 

Stimmberechtigte

2685

 

2740

1990

3795

 

 

 

 

 

1998

4308

 

 

 

 

 

2002

4192

 

 

 

 

 

2003

4223

 

 

 

 

 

2004

4213

 

 

 

 

 

2005

4186

 

 

 

 

 

 


 

Heimatorte der Rüegg

 

Um 1861 wurden folgende Heimatorte für Rüegg registriert (27):

 

Kanton

Heimatort

Einbürgerung

Bemerkung

Zürich

Bäretswil

< 1798

 

 

Bauma

< 1798

 

 

Buchs

< 1798

 

 

Dällikon

1800-1861

1850 aus Lufingen ZH

 

Dürnten

< 1798

 

 

Egg

< 1798

 

 

Elgg

< 1798

 

 

Embrach

< 1798

 

 

Fehraltorf

< 1798

 

 

Fischenthal

< 1798

 

 

Gossau

< 1798

 

 

Grüningen

< 1798

 

 

Hinwil

< 1798

 

 

Hittnau

< 1798

 

 

Hofstetten bei Elgg

< 1798

 

 

Illnau-Effretikon

< 1798

ex Illnau

 

Lufingen

< 1798

 

 

Pfäffikon

< 1798

 

 

Rüti

< 1798

 

 

Schlatt

< 1798

 

 

Seegräben

< 1798

 

 

Sternenberg

< 1798

 

 

Turbenthal

< 1798

 

 

Uster

< 1798

 

 

Volketswil

< 1798

 

 

Wald

< 1798

 

 

Weisslingen

1800-1861

1809 eingebürgert

 

Wetzikon

< 1798

 

 

Wila

< 1798

 

 

Wildberg

< 1798

1758 aus Turbenthal ZH

 

Winterthur

1800-1861

1860 aus Lindau ZH

 

Zürich

1800-1861

1855 aus Bauma ZH

St. Gallen

Benken

< 1798

 

 

Ernetschwil

< 1798

 

 

Eschenbach

< 1798

 

 

Flawil

1800-1861

 

 

Gommiswald

< 1798

 

 

Nesslau

1800-1861

 

 

St.Gallenkappel

< 1798

 

 

Uznach

< 1798

 

 

Muotathal

< 1798

 

 

Schwyz

< 1798

1671 aus Uznach SG

Graubünden

Cazis

< 1798

 

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Der Name Rüegg in den Telefonbüchern der Schweiz

 

Eine erweiterte Suche nach dem Namen Rüegg im TwixTel-Verzeichnis Nr. 32 (2005) ergibt folgende Verteilung:

 

PLZ-Bereich

Private

Firmen

Total

1000-1999

43

1

44

2000-2999

34

3

37

3000-3999

144

9

153

4000-4999

186

27

213

5000-5999

142

16

158

6000-6999

153

34

187

7000-7999

110

17

127

8000-8999

2002

277

2279

9000-9999

369

39

408

Ganze Schweiz

3183

423

3606

 

 



Rüegg in geografischen Namen

 

Kanton

Geografische Bezeichnung

Zürich

Rüeggenthal, um 1841 noch Rüggenthal oder auch Thal genannt (25): „Dörfchen von 29 Wohnungen nordöstlich von Bärentschweil.“

Ober- und Unter-Rüeggenthal, um 1957 (15): Bezirk Hinwil, Poststelle Neuthal bei Bäretswil, Einwohnerzahl ca. 39.

 

Ober-Rügshausen, um1841 (25): Hof von 2 Wohnungen in der Gemeinde Bubikon, Zivil- und Schulgemeinde Wolfhausen.

Unter-Rügshausen, um 1841 (25): Ortsgegend der Gemeinde Bubikon, Zivil- und Schulgemeinde Wolfhausen mit 2 Wohnhäusern.

Um 1957 (15): Rüegshausen und Unter-Rüegshausen, Gemeinde Bubikon, Bezirk Hinwil, Poststelle Wolfhausen, ca. 38 Einwohner.

 

Rüeggen, Weiler Altlandenberg.

 

Rüeggenstrasse, in Altlandenberg.

 

Rüeggebach, Bach in Altlandenberg Bauma, mündet in die Töss.

 

Rüeggisaltorf, alter Name von Fehraltorf (Rüedgersaltorf).

Bern

Rüeggisberg, Ort ca. 180, Gemeinde ca. 2060 Einwohner (1998).
Das Kloster Rüeggisberg

Bereits vor der Gründung der Stadt Bern bestand auf dem "montis richerii", dem "Roggeresberch", eine bedeutende Kulturstätte; das Cluniazenser-Priorat Rüeggisberg, die erste Niederlassung des mächtigen Mönchsordens auf deutschsprachigem Gebiet. Um 1072 bauten die Mönche Cono und Ulrich am südlichsten Absatz des Längenbergs auf einem vorsprungartigen Sporn mit prächtiger Fernsicht ihre ersten einfachen Zellen. Beim Bau half die Bevölkerung mit; diese war angeblich noch roh und tierisch und hatte viel heidnisches Brauchtum behalten. Das Prioriat kam rasch zu grosser Blüte. Bereits um 1175 war die mächtige romanische Klosterkirche erstellt und das Prioriat Rüeggisberg gehörte im frühen Mittelalter zu den bedeutendsten Klosterbau­ten der heutigen Eidgenossenschaft. (http://www.gantrisch.ch/schwarzwasser/gemeinden/rueggisberg/geschichte.htm,  Juli 2003)

 

Rüegsau, Hasle-Rüegsau, Gemeinde Rüegsau südlich von Burgdorf, 3060 Einwohner (1999).

 

Rügsauschachen, zwischen Hasle b.B. und Rüegsau, 1957 ca. 1076 Einwohner (15).

 

Rüegsbach, nordöstlich von Rüegsau, 135 Einwohner (1957). Durch Rüegsau fliesst auch ein Bach namens Rüegsbach (15).

 

Rüegsegg, nördlich von Röthenbach i.E., 80 Einwohner (1957). Weiler wahrscheinlich nach der Familie Rüegsegger benannt (15).

St. Gallen

Rüeggetschwil, Poststelle Gossau, 1957 ca. 30 Einwohner (15).

Luzern

Ruegisingen, Poststelle Emmen, 1957 ca. 39 Einwohner (15).

 

Antarktis

Mount Ruegg. Ein Berg in der Antarktis wurde ca. 1956 nach einem Harold Ruegg aus Neuseeland benannt (28).

 

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Familienwappen

 

Die in den nachfolgenden Kapiteln beschriebenen Zweige der Rüegg führten weder ein Siegel noch ein Familienwappen. Dies erstaunt weiter nicht, da die Familien dieser Zweige im abgelegenen  Tösstal vornehmlich landwirtschaftlich oder handwerklich tätig waren. Es gibt aber andere Zweige des Geschlechtes Rüegg aus dem Tösstal, die ein Wappen führten. Mindestens zwei Wappentypen sind in heraldischen Sammlungen und Gutachten beschrieben worden:

 

a) Der erste Typ ist wahrscheinlich ein vom Namen abgeleitetes Wappen mit gekreuzten Pfeilen oder Speeren (hruod gēr, siehe oben). Die bisher älteste Version wurde auf einem Vordachbachbalken eines durch Hans Rudolf Rüegg im Jahre 1767 erbauten Hauses in Tablat, Gemeinde Turbenthal gefunden (19). Hans Kläui kommt aufgrund seiner Nachforschungen zu folgender Wappenbeschreibung für das Landgeschlecht Rüegg:

Schild: In Blau zwei gekreuzte silberne Pfeile, deren Spitzen nach dem Schildhaupt weisen, begleitet von zwei (sechseckigen) silbernen Sternen

Helmzier: Schildbild in einem Flügel

Helmdecken: Blau und Silber

Zuständigkeit: Rüegg aus den Tösstalgemeinden und der mit ihnen stammverwandte zürcherische Rüegg, soweit sie nicht bereits ein anderes Wappen führen (19).

In Hofstetten bei Elgg eingebürgerte Rüegg gaben sich ein eigenes Wappen. Dazu wurde das Wappen der Rüegg aus den Tösstalgemeinden durch die Farben der neuen Heimatgemeinde ersetzt: im goldenen Schild zwei gekreuzte schwarze Pfeile, deren Spitzen nach dem Schildhaupt weisen, begleitet von zwei roten Sternen (20).

 

 

Rüegg von Dürstelen, Hittnau 1857.  Wappenbuch der Stadt Zürich (21)

 

Wappenscheibe mit der Interpretation des Schildes einer Heraldik-Firma (Privatbesitz)

 

Albert Walter Rüegg,  http://www.waihi.com/family_tree.htm

(2003)

Schweizerische Heraldische Gesellschaft, Liste der Ehrenmitglieder(22, 2003) und (20)

 

b) Ein anderer Wappentyp mit einem Löwen wird im Zürcher Wappenwerk von Egli beschrieben (21): im grünen Feld ein schreitender goldener Löwe. Auf dem Helm gold grüne Straussenfedern. Decken grün gold. Eine Luzerner Linie hat diese Form übernommen (22).

 

 

 

Rüegg von Bauma, 1845.
Wappenbuch der Stadt Zürich (21)

 

Rüegg Bauma 1869

 

Neben diesen zwei sind noch andere Typen bekannt, die aber den heraldischen Prinzipien zuwenig gerecht werden.

 

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Zur Geschichte des Ortes und der Kirche Pfäffikon

 

Bis zum Bau der Kirche in Bauma im Jahre 1651 gehörte Altlandenberg kirchlich zu Pfäffikon und Bauma zu Bäretswil. Die Karte auf der nachfolgenden Seite zeigt die Situation für die einzelnen Weiler. Die Angaben zu den Rüegg-Vorfahren, die vor 1652 geboren wurden, sind deshalb in den Kirchenbüchern von Pfäffikon zu finden. Nachfolgend einige geschichtliche Angaben zum Ort und zur reformierten Kirche:

Die Besiedlung von Pfäffikon geht bis in die Steinzeit zurück. Grössere Bedeutung erlangte der Ort erstmals zur Römerzeit mit dem Bau des Kastells um das Jahr 287 n. Chr. Urkundlich erwähnt ist das Dorf erstmals im Jahre 811 unter dem Namen Faffinochova. Im frühen Mittelalter gehörte Pfäffikon in wechselnder Folge Adeligen und Klöstern. Nach der Herrschaft der Habsburger ging es im Jahre 1424 durch Verpfändung an die Stadt Zürich über. Seit dem Jahr 1831 ist Pfäffikon Bezirkshauptort. Im Züriputsch im Jahre 1839 spielte der Ort eine wichtige Rolle, als der Pfäffiker Pfarrer Bernhard Hirzel einen Zug tausender von bewaffneten Män­nern zum Sturm auf die Stadt anführte. Die erste Eisenbahn kam im Jahre 1876 in Pfäffikon an. Diese Verbindung hat die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde positiv beeinflusst. Heute zählt der Ort rund 9200 Einwohner (23).

Wenige Meter vom Seequai entfernt steht die Kirche mit dem gotischen Grundriss. Bereits im 7. Jahrhundert muss dort ein Gotteshaus gestanden haben. Es war dem heiligen Sankt Benignus geweiht. Die damalige karo­lingische Kirche - sie wurde erstmals im Jahre 811 urkundlich erwähnt - wurde im 12. Jahrhundert durch eine romanische Kirche ersetzt, um dann von 1484 bis 1488 durch ein Bauwerk der Spätgotik abgelöst zu werden, zusammen mit den Kirchen von Elgg, Meilen und Turbenthal der bedeu­tendste Bau aus dieser Zeit in der Zürcher Land­schaft! Bald folgte die Reformation (1524), gar manches wurde damals übermalt, entfernt oder zer­stört. Pfarrer Wagner hiess der erste reformierte Prediger, und der berühmte Pfarrer Hirzel war es, der die erbosten Pfäffiker 1839 im so genannten "Straussenhandel" nach Zürich an­führte, wo die Ab-

set­zung der liberalen Regierung erzwungen wurde. 1890 wurde der 52 Meter hohe Kirchturm anstelle des "Käsbissenturmes" errichtet. 1943/1948 erfolgte eine Gesamt-renovation mit der Freilegung der Wand-bilder (Kalk-secco) und dem Einzug der Wölbdecke.

1990/1991 ist die Kirche letztmals renoviert worden: Gotik im Chor, Heimatstil im Schiff, der neugotische Turm wurde belassen - eine Verschmelzung der verschiedenen Baustile ist bewusst vermieden worden (23).

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Zuteilung der Siedlungen um Bauma zu den Kirchgemeinden bis 1651 (5)

 

 


 

Gemäss dem Orts-Lexikon des Kantons Zürich von 1841 umfasste die Kirchgemeinde Bauma folgende Orte (25, S. 19):

„Akau, Allenweil, Alt-Landenberg, Asenhalden, Au, Auwies, Bad, Bächi, Bauma, Bliggenschweil, Blitterschweil, Boden, Böndler, Bräch, Dielehaus, Ehretgut, Einfängli, Felmis, Fluh, Grossweid, Grunholz, Gubel, Gublen, Häusli, Halden, Heiletsegg, Hinter-Teufenbach, Hinterwies, Höhle, Hörnen, Homberg, Kämmerli, Laubberg, Lipperschwendi, Loch, Lüwies, Neugut, Nideltobel, Niederau, Nieder-Dürstelen, Ober-Wolfensperg, Ottschwand, Plackten, Pünt, Ramsel, Riset, Rittweg, Rösli, Saaland, Schindlet, Schlössli, Schwandelbach, Schwendi, Seewadel, Sillisegg, Sommerreyh, Stockwies, Stoffel, Sülch, Uerschen, Undalen, Unter-Wolfensperg, Vorder-Teufenbach, Wald, Wallenbach, Weidli, Weissenbühl, Wellenau, Wyden, Wydenwald, Wylen und Zelgli, zusammen 3217 Seelen. Die Pfarrgebäude, die von der Gemeinde unterhalten werden, befinden sich in der Ortschaft Gublen.“

 

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Quellenverzeichnis

 

1       K.W. Glättli. Geschichtliche Studie über die Kirche Bauma, Buchdruckerei K. Trachsler, Bauma, 3 (1928)

 

2       J. Wolfensberger. Die Altlandenberger, Buchdruckerei Bauma (1960)

 

3       K.W. Glättli. Gründung von Kirche und Kirchgemeinde Bauma, Buchdruckerei Bauma, 36, 38 (1951)

 

4       K. W. Glättli. Wie unser Gemeindegebiet besiedelt wurde. Buchdruckerei Bauma (1967)

 

5       Armin Sierszyn. Bauma im Tösstal. Aus der Geschichte von Kirche, Separatismus und  Politik. Selbstverlag des Verfassers. 8344 Bäretswil (1989)

 

6       Xaver Baumgartner. Namengebung im mittelalterlichen Zürich. Die alt- und mittelhochdeutschen Personennamen der Zürcher Überlieferung vom Jahr 1000 bis zum Jahr 1254 (Sonderegger Stefan, Hrsg.), Arbon Eurotext, Historisch-Genealogischer Verlag. Studia Onomastica Helvetica, Band 1, 153 (1983)

 

7       Hans Sommer. Kleine Namenkunde, Paul Haupt, Bern (1944). Aus Vornamen entstandene  Familiennamen: Rüdeger: Rüegger, Rüdger(s), Rüegg. Vgl. auch K. Surläny, Zur Geschichte der deutschen Personennamen nach Badener  Quellen des 13., 14. und 15. Jahr­hunderts. Sauerländer, Aarau (1927)

 

8       K.W. Glättli. Undel, Buchdruckerei Bauma (1960)

 

9       H. Spahr-Lüssi. Illustrierte Beilage zum "Zürcher Oberländer", Heft 1, 5-7, Januar 1968

 

10    Bevölkerungsverzeichnis von Bauma. Staatsarchiv des Kantons Zürich, Nr. E II 700.8, 1652, S. 1009, 1691 S. 325, 1700 S. 871, 1709 S. 691

 

11    Viktor Schobinger, Alfred Egli, Hans Kläui. Zürcher Familiennamen. Entstehung, Verbrei­tung und Bedeutung der Namen alteingesessener Zürcher Familien. Herausgegeben von der Zürcher Kantonalbank, 138-139 (1994).

 

12    Familiennamenbuch der Schweiz, dritte, verbesserte und korrigierte Auflage. Polygrafi­scher Verlag Zürich, 1548-1549 (1989)

 

13    Hans-Peter Bärtschi, Peter Dudzik, Hans Martin Gubler, Jürg Hanser, Jürg E. Schneider, Peter Wiher, Rudolf Zeier. Die industrielle Revolution im Zürcher Oberland, Buchverlag der Druckerei Wetzikon, 2. Auflage (1990). ISBN 3-8981-132-0

 

14    Walter Sprenger (Gesamtredaktion). Geschichte der Gemeinde Bauma. Band 1 und 2. He­rausgegeben von der Politischen Gemeinde Bauma (1994). Buchverlag Druckerei Wetzikon, 8620 Wetzikon. ISBN 3-85981-173-8

 

15    Schweizerisches Ortslexikon mit Verkehrskarte. Arthur Jacot. Verlag und Druck: C.J. Bucher AG, Zürichstrasse 3, Luzern. Neunzehnte Auflage (1957)

 

16    Deutsches Familienarchiv. Ein genealogisches Sammelwerk. Herausgegeben von Gerhard Gessner, Schriftleitung Dr. Heinz F. Friedrichs. Verlag Degener & Co., Inhaber Gerhard Gessner, Neustadt an der Aisch, Band 82 (1984)

 

17    Walter Sprenger: aus der Geschichte der Gemeinde Bauma; sowie weitere Internet-Seiten der Gemeinde Bauma mit statistischen Angaben: http://www.bauma-zh.ch/  (Juli 2004)

 

18    Bevölkerungsverzeichnis Bauma. Staatsarchiv des Kantons Zürich, Nr. E II 700.8

 

19    Gutachten über das Wappen des Geschlechtes Rüegg von Fischenthal/ZH, bzw. dem Tösstal. Dr. Hans Kläui,  Genealogische Forschungsstelle Oberwinterthur, Rychen­bergstrasse 287, 16. Oktober 1950. Original im Staatsarchiv des Kantons Zürich.

 

20    Hans Rüegg. Homepage der Familie Hans und Maria Rüegg : http://h-u-m-rueegg.li/ (August 2003)

 

21    Neueres historisches Wappenbuch Stadt Zürich (1869). Herausgeber: Jean Egli; Verfasser der Texte: Wilhelm Tobler-Meyer. Staatsarchiv des Kantons Zürich Nr. Ek 362, Tafel 40, Wappen von Dürstelen „Rüegg C.“ mit Pfeilen und von Bauma „Rüegg A.“ mit dem Löwen.

 

22    Sammlung von Luzerner Familienwappen. Staatsarchiv Luzern, http://www.staluzern.ch/cgi-bin/wappen.pl?25/2557.jpg (August 2003)

 

23    Homepage der Gemeinde Pfäffikon, ZH: http://www.pfaeffikon.ch/ und http://www.refkirchepfaeffikon.ch/  (Juli 2004)

 

24    Heinz Bär. Bauma. 100 Jahre Tösstalbahn 1875-1975. Druckerei Wetzikon AG (1975)

 

25    F. Vogel. Neues Orts-Lexikon des Kantons Zürich. Zweite, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Verlag Orell Füssli, Zürich (1841) 

 

26    Heintze-Cascorbi. Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich. Paul Cascorbi (Herausgeber). 7. Auflage. Buchhandlung des Weisenhauses G.m.b.H. Halle/S, Berlin, Seite 266-267 (1933)

 

27    Familiennamenbuch der Schweiz, dritte, verbesserte und korrigierte Auflage. Polygrafi­scher Verlag Zürich, 1548-1549 (1989)

 

28    Angaben aus SCAR Composite Gazeteer of Antarctica (Stand 1. April 2005): Ruegg, Mount USA, 71°51' S 170°11' E.  The culminating peak (1,870 m) on the divide between DeAngelo Glacier and Moubray Glacier in the Admiralty Mountains, Victoria Land. Named by the NZ-APC for Capt. Harold Ruegg, nautical advisor to the Marine Department of New Zealand, a visitor to the Ross Sea area in 1956. Edited by: Alessandro Salladini, E-mail alessandro.salladini@enea.pnra.it. Contact point for the CGA: Roberto Cervellati or M. Chiara Ramorino, E-mail antar@casaccia.enea.it. http://www3.pnra.it/LUOGHI_ANT/SCAR_GAZE (Juli 2005).
Harold Ruegg war der Nachkomme eines ca. 1790 nach London ausgewanderten Ulrich Rüegg. Dieser heiratete am 5. April 1790 eine Sarah Thornton. (Persönliche Mitteilung von John Ruegg am 11. Juni 2005. E-mail john.ruegg@ntlworld.com).

 

29  Armin Sierszyn. 66 Familiennamen seit 700 Jahren. Zwischen Bachtel, Stoffel und Schnebelhorn. Eigenverlag des Verfassers, 8344 Bäretswil, 224-235 (1996)

 

30  Seidel Jürgen J. Zwischen Theosophie und Pietismus. Einblicke in die Korrespondenz der Schweizer „Gichtelianer“. In: Zwingliania XXXIV, 95-119 (2007)

 

31  „Beschreibung der sectierischen Leüten in der Gemeind Bauma 1775“, Staatsarchiv des Kantons Zürich, KGA Bauma II A 8

 

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20. Mai 2009