Familie Halter
Peter Halter
Bilder
 





Sein Vater, Vinzenz Halter war vielseitig talentiert. Er war Schreiber auf der Gemeinde-
kanzlei Hohenrain, Goldschmied, Vergolder, Sekundarlehrer, Kunstmaler und Fotograf.

Seine Mutter war Franziska Aloisia Widmer aus Eschenbach. In Hochdorf in einem Häuschen, das früher an der Stelle des Hauses von Uhrenmacher Muff stand, gebar sie Peter am 8. März 1856. Sie starb einen Monat nach seiner Geburt. Aufgezogen wurde er von Elisabeth, der Schwester seines Vaters.
Seine Geschwister hiessen Vinzenz und Franziska.

Nach kurzer Schulzeit, sein Vater hatte kein Geld für das Gymnasium, begann für den knapp 15-jährigen Peter die Lehrzeit als Amtschreiber. Nach mehreren Stellen in ver-
schiedenen Gemeinden wurde er 1885 nach Hochdorf als Amtsschreiber gewählt.

Er heiratete am 19. Oktober 1891 Anna Katharina Fuetscher. Ihr Vater Wendelin kam aus Feldkirch, ihre Mutter Anna Maria Walthert aus Willisau-Stadt.

Weil Anna vor der Heirat eine Ausbildung im Hotelfach abschloss, war es naheliegend, dass sie zusammen ein Gasthaus wollten. Von 1896 bis 1899 besassen sie das Sommerhaus in Hochdorf und 1905 liess Peter das Hotel Post bauen.

Jäh beendete dann der Weltkrieg den Aufstieg der Wirtschaftsmetropole Hochdorf, eine Firma um die andere musste die Tore schliessen. Auch Halters konnten ihr Hotel nicht mehr halten. Sie zogen 1913 nach Luzern.



Einige Gedichte:

Herr und Hund (Begegnung mit Richard Wagner im Triebschen Luzern)

Ich ging so in die sechzehn Jahr',
Und war ein Lausbub, das ist klar.
Hat Ehrfurcht nicht vor dem Genie,
Nicht vor Musik und Hundevieh.

Ging ich zur Schule dann und wann,
Kam mir entgegen ein kleiner Mann
Mit grossem Hut und grossem Hund,     
Und immer zu der gleichen Stund'.

Ich weiss nicht, roch das grosse Tier
Das junge Flegeltum in mir?
Gab ich dem Meister wenig Ehr'?
Das Tier, es knurrte oft und sehr.
Des Tieres Knurren mich verdross.
Und plötzlich packt' ich ein Geschoss
Und warf von hinten diesen Stein
Dem Hunde an das eine Bein.

Das Tier, es heulte jammervoll
Erst hoch in Dur, dann tief in Moll.
Es stimmte wohl nicht jeder Ton
Zur neusten Komposition.

Denn Richard kehrt sich wütend um,
Ich sah, er nahm die Sache krumm.
Er zückte seiner Fäuste Paar.
Ich retirierte, das war klar!

E Chenderfründ

Es stohd e schöne Öpfelbaum
Is alte Huebers Matte,
und wär drum ume n au e Zaun
Er überchäm kei Chratte.

Und das, nur will er selber will,
Dass neumbe si stibitzid.
Zur Mittagszyt är luuret still,
Bis vill druf obe sitzid.

Und we si do im beschte Schmaus       
Die Öpfel zäme butzid,
Do gid e Piff der alti Chlaus,
Und die vernämds und stutzid.
Da gsehnd sen ume n Egge cho,
Er droht scho met dem Finger.
Dor d'Äscht ab gohts anander no,
Si schüched de Lehrer Linger.

Und gischt was häscht, das Lumepack,
nimmts Muul voll no, und das bizyte.
Und i de zweiti Hosesack
tüens no e paar uf d'Syte.

Keine gsehts Chlause luschtig Gsicht!
So chamer ganz die glichi Gschicht
die andere Härbschtäg wieder gseh,
bis häd kei einzige n Öpfel meh.

In Morgendämmerung



In Morgendämm'rung wach ich auf,
Erfüllt von süssem Traum,
Das Lied, das mir darin erklang,
Die Amsel singt's im Baum.

Am Himmel stehen noch zwei Stern'     
Im dunkelblauen Grund.
Ob das die lieben Augen sind,
Die ansehn' mich zur Stund'?

Im Osten wallt ein Nebelbild
In purpurroter Pracht.
Ob das die Rosenwangen sind,
Die mir im Schlaf gelacht?

Hell in den Wolken blitzt es auf
In märchenhaftem Licht.
Ob das der goldnen Locken Schein
Aus meinem Traumgesicht?

Und her durchs Fenster wehen lind
Die Lüften wie zum Gruss.
Ihr Hauch voll Maienblühtenduft
War das der Liebsten Kuss?






Sehnsucht

Es blühn viel rote Rosen              
Hervor am grünen Hag;
Ob mir von all den Blumen
Nicht eine blühen mag?

Es leuchten blaue Sterne
Am hellen Maientag;
Ob mir von all den Sternen
Nicht einer leuchten mag?
Es klopfen viel junge Herzen
In maienseligem Schlag;
Ob mir von all den Herzen
Nicht eines klopfen mag?




Das alte Lied


Vorbei an einem alten Dorfe
Kam ich zu einem alten Haus.
Am Dache flogen weisse Tauben,
Und aus dem Kranz der Rosenlauben
Ein lieblich Mägdlein sah heraus.

Es trugen roten Rosenzauber
Die Wangen auf der jungen Maid,
Ihr Aug nur blau, ihr Haar nur golden,
Und süss erklang vom Mund, dem holden
Ein altes Lied von Lieb und Leid.



Ich weiss nicht, was mich mehr betöret,
Seit ich vom alten Hause schied,
Umstricket Goldhaar meine Sinne
Und weckt ein Blauaug holde Minne,
Und immer tönt das alte Lied.

Mein erstes Minnelied (1873)




Traum

Ich spann mir aus den schönsten Traum:
Dich an mein einsam Herz zu legen
Und in der Liebe heiligem Raum
Wie Edelstein dich treu zu hegen.

Nicht sann ich, wie der Sinne Steg
Verschieden müsste von dem Andern
Zum Frühlingsmorgen  führt dein Weg,
Doch abendwärts schon muss ich wandern. 

Die Sonne dir im Osten strahlt
Wenn sie mir glänzt auf Westens Matten;
Wo deine goldne Bilder malt
Wirft meine Sonne bleiche Schatten.

Wenn Blüten deines Pfades Preis,
Mit Goldgedeck dir Lüfte kosen
So weben sich schon silberweiss
In meinem Haar des Grames Rosen.


Dein Schifflein führt zur Wunderstadt
Daran ich schon vorbeigefahren;
Mögst, wie sie mich verzaubert hat,
Du niemals ihrenTrug erfahren.
 
Es fällt so schwer im Sonnenlicht
An eine Sturmesnacht zu glauben.
Den goldnen Wahn, das Traumgesicht
In deinem Geist will ich nicht rauben.

So geh von mir, wie man vom Baum
Die letzte Blüte hat gebrochen,
Du warst mein letzter Maientraum
Der mir das schönste Glück versprochen.

Mein Aug ist trüb, mein Herz ist krank,
Dein Herz sei froh, dein Auge helle,
Wenn längst mein Lied im Grab versank
Blüh Rosenglück nach deiner Schwelle.


Hochdorf


Ich weiss ein Dorf, gar still und alt
Ragt es hervor aus blühend Bäumen
Das Kostbare noch vorüberhallt
Und selten fremde Wandrer säumen.

Kein Prunkpalast, kein Marmorbau
Hebt sein Haupt mit stolzem Schweigen
Doch wie eine Schirmburg rings ins Blau     
Die weissen Silberberge steigen.




Sind auch die Häuser steinbeschwert
Und dunkelbraun die Eichenwände
So arm und lieblos ist kein Herd
Wo man nicht Ruh und Frieden fände.

Und unter dem ärmsten Giebeldach
Wenn silbern rinnt der Schnee vom Moose
Die Sonne küsst dort Blumen wach
Am Fensterlein erblüht die Rose.


In Hochdorf aufgeführt:
Festspiel zur vierten Zentenarfeier des Eintritts von Hochdorf in den Bund der Eidgenossen
1896 aufgeführt
Arnold Winkelried, Volksschauspiel, 1901 und 1902 aufgeführt
Knabenmaien, 1913 aufgeführt
Bei Räber erschienen: Vor dem Kreuze, Erzählung, 1911
Dialektlustspiele: Bureglück, 1910; Der Komet; ne Wildsauejagd, 1912
"Die Stadt am See", Gedichte in Schriftsprache, erschienen bei Räber 1918
"Heimeligs Glüt" Mundartgedichte, erschienen bei Orell Füssli 1919.
Vertonte Gedichte:
von A. L. Gassmann: Joggeli los; I wett i hätt es Schlössli; Dängelilied
von Johann Friedrich Bucher: Dä ischt nid vo Lozärn
nebst vielen Liedern von Christoph Schyder, die in den Festspielen integriert waren

1970 erschien ein Sammelband mit den schon veröffentlichten Werken. Herausgeber: Albert von Wartburg, Hochdorf; Auftraggeber: Peter Halter Stiftung. Dieser Band ist noch beim Herausgeber erhältlich.

Leben und Werk des Peter Halter, 82 A4-Seiten, mit sehr vielen Bildern aus seinem Leben und des Hochdorfer Theaters. Text: Marlina Blum, Hochdorf einfache Ausführung für Fr. 20.--, mit bestem Druck und Papier für Fr. 30.-- erhältlich bei "haltervoneschenbach at bluewin.ch"


Theaterspielen hat in Hochdorf längere Tradition. Schon um 1860 gaben unter der Leitung von Amtsschreiber Zumbühl für Kinder. 1879 malte Peter Halters Vater Vinzenz Theaterkulissen. 1885 wurde ein Theaterverein gegründet, der dann 1886 das Festspiel von Peter Halter aufführte.

Der vitale Theophil Schmidlin, Direktor von 1889 - 1922 der damaligen Seethalbahn, brach-
te nicht nur Industrie nach Hochdorf, sondern förderte auch die Kultur. Dies immer im Hin-
blick seiner Bahn mit Güter- und Personentransporten zu mehr Rendite zu verhelfen.

Links im Bild (1913): Theophil Schmidlin, rechts Peter Halter



Klar, dass er sich des Theatervereins annahm, klar dass neu diesem Verein er Präsident wurde, (Aktuar wurde Peter Halter) klar musste auch gleich ein grosses Theater mit 1300 komfortablen Sitzplätzen gebaut werden, klar dass Schmidlin die Regie übernahm und eine der Hauptrollen gleich selber spielte, und nota bene beides ausgezeichnet, so nach damaliger Kritik.
Eröffnet wurde das Theater mit Schillers Wilhelm Tell mit einem Vorausakt geschrieben von Peter Halter.



Peter Halter bekam den Auftrag ein Volksschauspiel für das neu erstellte Theater zu schreiben. Schmidlin und Halter entschieden sich für den Stoff der Schlacht bei Sempach. Der "Winkelried" wurde 1901 und leicht bearbeitet noch 1902 aufgeführt. Die Zuschauer, die sogar aus den Nachbarländern heranreisten, folgten begeistert dem Schauspiel. Die damalige Kritik in der Presse war hervorragend, nicht nur der lokalen, die Zürcher und Aargauer Zeitungen berichteten ebenso.
Es war fast das ganze Dorf irgendwie beteiligt, damit alles wirkungsvoll vonstatten ging, allein die Schauspieler waren deren 57.
Die Bühne war so gross, dass selbst Pferdegespanne auffahren konnten. Der zur Zeit modernste Schnürboden machte den Szenenwechsel einfach und schnell. Sogar die Be-
lüftung des Theaters wurde gelobt. Über die damalige Bühnentechnik kann man heute noch schmunzeln: Die neben dem Theater stehende Dampflok strömte ihren Dampf sehr wirkungsvoll in die Theaterszene.

Bild aus dem Theaterführer von 1901. Rechts auf dem Tisch sitzt Peter Halter, der in seinem Stück Winkelried u.a. Rollen auch den Hofnarren spielte.




















rechts: das damalige Hochdorfer Theater mit seinem markanten Schnürbodenturm

Museum Hochdorf: www.althofdere.ch







Isabelle Kaiser lebte von 1866 bis 1925, geboren in Genf, zog später nach Beckenried, liess dort für sich ein Chalet bauen, das heute noch steht.
Fünfzehnjährig schrieb sie den ersten Roman. In Frankreich gewann sie schon mit acht-
zehn einen Wettbewerb. Sie schrieb Gedichte, Novellen und Romane in französischer wie auch in deutscher Sprache, u.a. tragische Jungmädchengeschichten und Bergromane.
Für manche ihrer Werke wurde sie in der Schweiz, Frankreich und Deutschland mit namhaften Preisen geehrt. Sie war die erste Schweizerin, die von ihrer Dichtkunst leben konnte.
In ihrem Chalet an der Dorfstrasse 30 in Beckenried kann der noch im originalen Zustand erhaltene Salon besichtigt werden. Ein Besuch ist lohnenswert.
Voranmeldung: Fam. Peterhans, Tel. 041 620 77 37
Weiterführend: http://ead.nb.admin.ch/xml/kaiser_isabelle.html

Eine ihrer Karten an Peter Halter (16.06.1905)





























Das Porträt hängt im Sitzungszimmer des Gemeidehauses in Römerswil.

Am 21.10.1861 wurde Fridolin als elftes von18 Kindern in Meggen geboren. Vater Joseph Franz war Schneider und Uhrenmacher, seine Mutter hiess Barbara, geborene Schnider.
Nach der Primar- und einem Jahr Sekundarschule besuchte von1877 bis 1881 das Lehrerseminar in Hitzkirch.
Lehrer in Buchrain und Luzern
Studium in Siena und Paris, alte und moderneSprachen und Literatur
Hauslehrer bis 1895 in Florenz und Pisa
Verschiedene Bildungsreisen in die Nachbarstaaten
Ab 1907 lebte er bei seinem Bruder auf dem Hofe Ludigen in Römerswil und war Bauer und Dichter zugleich.
Ab 1930 erblindete er zunehmend und litt zugleich an Herzschwäche.
Werke: Stimmen der Stille, 1907; Im Feld- und Firneliecht, Gedichtband, 1914; Daheim, 1918; Neue Gedichte, 1924; Festlicher Alltag, 1930. Er dichtete nur in Schriftsprache. Quelle: Dr. E. Lanz, Rain

Karte an
Peter Halter



Quellen: Im Besitz der Nachfahren von Peter Halter und ZHB Luzern
Haben Sie Fragen oder Ergänzungen, so wenden Sie sich bitte an:

haltervoneschenbach at bluewin.ch  (Absichtlich kein Link!)

Ein Besuch wert: http://aloysiahalter.jimdo.com/
Ende Januar 2010
                                                            Nach oben: unterhalb auf gelben Punkt klicken

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